Die Zeugungsfähigkeit des Mannes hat eine Schädigung der männlichen Keimzellen – der Spermatozoen – durch äußere oder innere Noxen zur Voraussetzung. Sie kann in herabgesetzter Spermatozoenzahl – bis zu ihrem völligen Fehlen – und/oder in beeinträchtigter Beweglichkeit und veränderter Morphologie bzw. in einer DANN-Schädigung der männlichen Keimzellen durch Mutation bestehen.»
Tabakrauch löst Mutationen aus
«Tabakrauch enthält zahlreiche mutagene Stoffe. Sie erreichen auf dem Blutwege das männliche Keimepithel. Ihre mutagene Wirkung können sie offenbar viel stärker entfalten als auf Eizellen, weil die Spermiogenese im Gegensatz zu den Eizellen, deren Bildung schon in der Fetalphase abgeschlossen wird, über die gesamte generative Phase des Mannes andauert.»
Rauchen führt zu Erbschäden
«Mutativ veränderte Spermatozoen sind jedoch in vielen Fällen durchaus zur Befruchtung einer Eizelle in der Lage und können so zu einem mehr oder weniger erbgutgeschädigten Kind führen.»
Perinatale Sterblichkeit und Mißbildungen
«Die eindrucksvollste Studie dieser Art ist zweifellos die Untersuchung von Mau und Netter (1974) über die Auswirkungen des väterlichen Zigarettenkonsums auf die perinatale Sterblichkeit und die Mißbildungshäufigkeit.» ...
«Diese Ergebnisse stimmen im Prinzip mit den Resultaten von Cromstock und Lundin (1967) sowie Yerushalmy (1971) überein. Bei diesen Mißbildungen handelte es sich im Einzelnen um Fehlbildungen des Neuralrohres wie Meningomyelocelen, Anencephalie, Gesichtsspalten aller Schweregrade, urogenitale Spalten wie Epi- und Hypospadien der verschiedensten Ausmaße, Herzfehler und Extremitätenfehlbildungen wie Poly- und Syndaktylien.» ... «Constock und Lundin beobachteten bei Kindern rauchender Väter – auch wenn die Mütter nicht rauchten – eine höhere perinatale Sterblichkeit als bei Neugeborenen, deren Eltern beide Nichtraucher waren.»
(Quelle: andrologia 18, 1986, S. 445 – 452: Rauchen schädigt die männliche Zeugungsfähigkeit; Ferdinand Schmidt)