Schlüsselgen für die Fertilisation entdeckt Französische Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das für die erfolgreiche Befruchtung einer Eizelle erforderlich ist. In Zusammenarbeit von Kollegen der Universität Bath in Großbritannien und des Centre de Genetique Moleculaire et Cellulaire wurde die Rolle des sog. HIRA – Gens in den ersten 15 Minuten nach Eindringen des Spermiums in die Eizelle studiert. Obwohl die Untersuchungen an einem Modellobjekt – der Fruchtfliege – durchführt wurden, sagten die Wissenschaftler, dass Ihre Erkenntnisse auch auf die Befruchtungsvorgänge bei allen sich sexuell vermehrenden Lebewesen anwendbar seien. Das untersuchte Schlüssel-Gen kodiert für das Protein HIRA, das für die Entpackung der Spermien – DNA verantwortlich ist, nachdem das Spermium in die Eizelle eingedrungen ist. Erst nach der „Entpackung“ kann die männliche DNA in die zelluären Abläufe der Eizelle integriert werden und mit dem mütterlichen Genom rekombinieren. In Mutantenstämmen der Fruchtfliege, denen das HIRA – Gen fehlte, kam es zu keiner erfolgreichen Befruchtung, die männliche DNA blieb als verpackter, komprimierter „Ball“ in der Eizelle liegen, der nicht fähig war, mit der Eizellmembran zu interagieren. Diese Untersuchungen geben neue Hinweise auch auf mögliche Ursachen für die Infertiltät beim Menschen. Sollten Frauen Träger der HIRA – Mutation sein, könnten sie unfähig sein, auf normalem Wege zu empfangen. Auch das Versagen einer Befruchtung bei einer IVF (In Vitro Fertilisation) könnte auf eine solche Mutation zurückzuführen sein. Quelle: BioNews, London, 5.11.2005 |